„wir entwerfen landschaft und freiraum | als medium | als mittel und mittler eines gelingenden verhältnisses von mensch und natur“ – warum ein solch philosophischer Einstieg in die Seiten eines Landschaftsarchitekturbüros?

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Landschaft im Wandel: Erneuerbare Energien

Der französische Philosoph Henri Lefebvre hat in den 1970er Jahren die Stadt als vermittelnde Ebene zwischen den globalen industriellen Infrastrukturen und den lokalen Alltagswelten bezeichnet und damit einen wichtigen Beitrag zur Wertschätzung der Stadt nicht mehr als ‚funktionierende Maschine‘, sondern als ’soziale Form‘ geleistet. In dieser Zeit entstand das große planerische Projekt zur kritischen Rekonstruktion und behutsamen Erneuerung der Europäischen Stadt.

Diese Planungskultur hat sich, so sehen wir es, noch nicht auf die Landschaft übertragen. Die Fachplaner der Infrastrukturen, aber auch die raumplanerischen Disziplinen Landschafts- und Freiraumplanung sind bis heute überwiegend damit beschäftigt, räumliche Verbindungen zu lösen, Einflussbereiche zu separieren, Zonen zu trennen. Was wir aber angesichts des demografischen, ökonomischen, ökologischen und energetischen Wandels brauchen, ist ein erneuerter Begriff von Landschaft als ganzheitlicher Zusammenhang. Darin werden die Funktionen nicht getrennt, sondern durch rücksichtsvolles Einfügen in die bestehenden Strukturen zusammengeführt. Landschaft ist ästhetisch erfahrbarer Zusammenhang, und schöne Landschaft ist die Erfahrung eines gelingenden Verhältnisses von Mensch und Natur. Ein solches Verständnis von Landschaft kann sogar als Grundprinzip von Planung dienen.

Diese Planungskultur ist dialogisch. Der Planer versteht sich darin nicht als technischer Optimierer, sondern als Mittler in einem Dialog zwischen zeitgemäßen gesellschaftlichen Ansprüchen und historischer Landschaftsstruktur.

Unsere planerischen Leistungen beziehen sich immer auf diese mittlere – oder vermittelnde – Ebene von Landschaft und Freiraum. Sie sollen Beiträge sein zur behutsamen Erneuerung und kritischen Rekonstruktion der europäischen Stadt und Kulturlandschaft in ländlichen, suburbanen und urbanen Räumen.