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Obst- und Weingut am Bodensee, Gutachterliche Stellungnahme zur Bewertung des Eingriffs in das Landschaftsbild 2009

Aus dem Gutachten: „Bei der Bewertung des Landschaftsbildes sind die a) Morphologie der Naturlandschaft, b) Strukturen der historischen Kulturlandschaft, c) Erscheinungsbild und Struktur der zeitgenössischen Landschaft zu berücksichtigen. Das Vorhaben stellt einen Eingriff dar, der jedoch im Kontext der historischen Kulturlandschaft und der zeitgenössischen Landschaft nicht als das Landschaftsbild verunstaltend bezeichnet werden kann. Da die Privilegierung notwendigerweise landschaftliche Veränderungen zulässt, kann eine naturschutzfachliche Bewertung diesen Umstand nicht außer Acht lassen, indem ein vermeintlich ‚natürlicher’ Zustand der Landschaft als ausschließliche Bewertungsgrundlage herangezogen wird. Die Anlage von Höfen und Nebengebäuden vor allem landwirtschaftlicher Nutzung auf oder am Rande von Kuppen ist in der Region als landschaftstypisch anzusehen. Die Sicherung und Entwicklung der Obst- und Weingüter liegt nach den Zielen und Grundsätzen der Raumordnung in der Region sowohl für den Bereich Wirtschaft, und ausdrücklich ebenso für den Bereich Landschaftspflege, im besonderen öffentlichen Interesse. Dieser für die Region – nicht spannungsfreie – zentrale öffentliche Belang ist zu berücksichtigen. (…) Der Eingriff ist minimier- und ausgleichbar. Es wird empfohlen, in einem integrierten Abstimmungsprozess zwischen Bauherren, Landratsamt und Verbänden unter Hinzuziehung ausgewiesenen, architektonischen Sachverstands das Vorhaben zu einem landschaftsgerechten und die Landschaft bereichernden Projekt weiter zu entwickeln.“

9 HeustadlNachhaltiges Garmisch-Partenkirchen – Teilprojekt Landschaftsschutz und Klimaanpassung (Forschungsprojekt LAREG TUM)

Mit diesem Projekt sollte die nachhaltige Entwicklung und damit die ökologische, ökonomische und soziale Zukunftsfähigkeit der Marktgemeinde im 21. Jahrhundert sichergestellt werden. Im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes sollen die nationalen Klimaschutzziele bis 2050 erreicht, die natürlichen Lebensbedingungen durch einen umfassenden Naturschutz gesichert, die Folgen des Klimawandels durch geeignete Anpassungsstrategien gemindert, der Tourismus als der wichtigste Wirtschaftsfaktor durch nachhaltig angelegte Maßnahmen zukunftsfähig gestaltet und  die Wertschöpfung in der Gemeinde gesteigert und damit die Regionalentwicklung gestärkt werden. In einem ersten Schritt wurde hierzu eine „Lokale Nachhaltigkeitsstrategie“ mit konkreten Maßnahmen erarbeitet, in dem die besonderen Verhältnisse vor Ort und der Region als auch die mögliche zeitliche Entwicklung der Energiepreise, der Bevölkerungsstruktur und des Klimas über einen langfristigen Zeitraum (2025/2050) berücksichtigt werden.

Zur Überwindung der Konfliktlinien in der Landnutzung wird die Nachhaltigkeitsstrategie so ausgerichtet, dass alle Landnutzungen, insbesondere die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft, der Naturschutz und der Tourismus in allen Einzelmaßnahmen und Kooperationen den ‚Oberzielen‘ Vielfalt, Vernetzung und Anpassung folgen. Vielfalt schafft Reichtum und stärkt Resilienz und verringert die Verwundbarkeit; Vernetzung sichert Vielfalt und macht sie nutzbar; Anpassung transformiert Vielfalt, fängt Risiken auf und eröffnet zugleich neue Chancen.